08.05.2000 - Vortrag Herr Dr. Hendrich: Medikament bei Schlaganfall Vorab: Zur Einführung erzählt Herr Dr. Hendrich, daß er bei der SHG in Hildburghausen war. Sie möchten eine Partner- oder Patenschaft mit uns eingehen. Ein Herr Ruf aus Würzburg erteilt Auskünfte zum Fahrzeugfahren nach Schlaganfall. Dort kann man weitere Informationen einholen. (Adresse muß noch erfragt werden) Den mangelnden Erfolg von Hirnschlaganfallsportgruppen sieht Dr. Hendrich im ungünstigen Namen. Er meint, wenn man einen marketinggünstigen Namen hätte, könnte man da wesentlich mehr realisieren. Nun zum Vortrag. 1. Medikamente zur Blutverdünnung und Blutgerinnselverhinderung Aspirin oder ASS100 (ASS 300) arbeitet mit dem aus der Weidenrinde gewonnenen Wirkstoff Acetylsalicylsäure und ist damit ein natürliches Medikament, außerdem schon seit 100 Jahren auf dem Markt erprobt. Zu natürlichen Medikamenten: Herr Dr. Hendrich erzählte von einer Patientin, die auch nur "natürliche" Medikamente wollte. Alle verschriebenen Medikamente benutzte sie nicht, stattdessen sammelte sie, wie Dr. Hendrich bei einem Hausbesuch feststellte, Unmengen von Vitaminpräparaten, Knoblauchkapseln und anderen frei erhältlichen Wirkstoffkonzentraten. Daß diese Überdosierungen in unkontrollierten Zusammenstellungen nicht sinnvoll sind, sollte jedem klar sein. Aspirin reicht nach neueren Forschungen in der Dosierung ASS100 (100mg/Tag), es ist relativ problemlos in der Einnahme. Die Wirkung hält ca. eine Woche, auch wenn einmal die Einnahme vergessen wird. Laut wissenschaftlicher Untersuchungen reduziert sich das Risiko eines zweiten Schlaganfalles durch die Vorbeugung mit ASS100 um ca. 30-40%. Bei zu hoher Dosierung oder entsprechender Veranlagung kann es zu Asthma, Magenproblemen und Darmbluten kommen. In solchen Fällen kann dann Plavix verschrieben werden. Es reduziert das Risiko des zweiten Schlaganfalles nur um ca. 8% vim Vergleich zu mit ASS behandelten Patienten, hat aber eine etwas bessere Verträglichkeit. Da die Tageskosten bei ASS bei ca. 10 Pfennig und bei Plavix bei ca. 5 DM liegen, werden die behandelnden Ärzte vorrangig zum ASS greifen und nur bei Nebenwirkungen oder einer besonderen Begründung auf das teurere Plavix ausweichen. Im Gegensatz zur Blutverdünnung setzt das Medikament Marcumar auf Blutgerinnungshemmung. Hierbei ist die Dosierung extrem wichtig und die Blutgerinnung muß regelmäßig überprüft werden. Eine zu niedrige Dosierung zeigt keine sinnvolle Wirkung und eine zu hohe kann zu innerlichen Blutungen führen. Dieses Medikament wird keinen unzuverlässigen Patienten verschrieben, die sich durch fehlerhafte Einnahme selber Schaden zuführen könnten. Weitere Risikopatienten sind häufig stürzende Personen, da die Wunden schlechter heilen. Durch sehr lange Einnahme besteht ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen. Bei allen Medikamenten muß von einer lebenslangen Anwendung ausgegangen werden. 2. Risikofaktoren Weitere Risikofaktoren, die unabhängig von Punkt 1 überprüft und wenn nötig auch eingestellt werden müssen sind Bluthochdruck und Blutzucker. Auch der Cholesterinwert wird verstärkt in die Schlaganfallrisiken miteinbezogen. Dort erhöht speziell ein hoher LDL-Wert das Infarktrisiko, während ein höherer HDL-Wert sich positiv auswirkt. Zusammenfassung der Schlaganfallhauptrisiken: a Bluthochdruck b Blutzucker c Herzrhythmusstörungen d Mangelnde körperliche Ausdauer (Herz-Kreislaufausdauer) e Übergewicht 3. Sauerstoff- oder Ozontherapie Diese Therapie ist insgesamt wissenschaftlich nicht ausreichend begründet. 4. Vorbeugung Zur Vorbeugung empfiehlt sich entweder täglich 3 Kilometer oder 2 x pro Woche ca. 30 Minuten spazieren gehen, am Besten im Wald bei leichter Steigung. Als gesunder Rundumsport gelten Schwimmen, Radfahren und Spazieren. Außerdem hat sich nach neueren Erkenntnissen gezeigt, daß eine gute Muskulatur und körperliche Fitness für ein beschwerdefreies Alter sorgen können. Eine echte medikamentöse Primärprophylaxe (Vorbeugen vor dem ersten Schlaganfall) ist nur sinnvoll bei Herzrhythmusstörungen im Alter von 60-75 Jahren. 5. Weitere Themen Auf Anfrage wurde auch bestätigt, daß kleine!! Mengen Rotwein der Arteriosklerose vorbeugen. Wichtige Adressen: Klinikum Bad Rodach Rehabilitationszentrum Herr Dr. Hendrich Kurring 16 96476 Bad Rodach b. Coburg Telefon 09564/93-0 Telefax 09564/931119 Internet: Klinikum-Bad-Rodach.de Email: info@Klinikum-Rodach.de | |