14.05.2007 - Vortrag von Herr Dr. med Roland May, Thema Schlaganfall

Wir müssen uns heute einmal mit einer Krankheit beschäftigen, die für die Betroffenen und deren Angehörigen einen ganz tiefen Einschnitt in Ihrem Leben bedeutet.
Es handelt sich um eine Krankheit, die früher fast ausschließlich ältere Menschen betraf. Ich habe in den letzten Jahren und Jahrzehnten feststellen müssen, dass diese Erkrankung immer jüngere Menschen befällt.
Ich meine hier den Schlaganfall. Sich mit der Krankheit zu beschäftigen ist heute wichtiger denn je, denn wir kennen heute durch intensive Forschungen sehr viele Einflüsse, die einen Schlaganfall begünstigen und können diese so massiv bekämpfen.
Wir kennen auch Warnsignale, bei deren erstem Auftreten man bereits gezielt reagieren kann. Wir können somit den Schlaganfall hinausziehen, diesen verhindern oder sogar seine bitteren Folgen teilweise ganz erheblich mindern. Außerdem haben wir die Möglichkeiten zumindest in unseren Krankenhäusern, Lichtenfels und Coburg eine Akuttherapie durchzuführen, die speziell auf den Schlaganfall ausgerichtet ist und sehr gute Erfolge erzielt. Dies ist abhängig von der Zeit, in der so ein Schlaganfall diagnostiziert wird, denn der Schlaganfall ist auch heute noch ein Notfall.

Der Schlaganfall eine sehr schlimme Erkrankung, aber wir sind nicht mehr so hilflos, wie noch vor Jahrzehnten. Er ist heute nicht mehr ein unabdingbares Schicksal, sondern es gibt gewisse Möglichkeiten, die die Prognose des Schlaganfalls und seine Folgen ganz erheblich verbessern.

Der Schlaganfall befällt das Gehirn. Das Gehirn ist das Zentrum unseres Lebens, es ermöglicht uns zu reden, zu hören, zu denken und steuern alle wichtigen Gefühle, egal ob Liebe oder Hass, Freude oder Leid, Schmerz oder Glück, alles wird über das Gehirn gesteuert. Außerdem beeinflusst es alle Körperfunktionen, egal ob wir wach sind oder schlafen, ob wir träumen oder arbeiten, ob wir denken oder uns nur einfach gehen lassen. Die Nerven und Nervenzellen sind immer in Betrieb, zu jeder Zeit und rund um die Uhr. Solch enorme Leistungen wie sie unser Gehirn vollbringt haben natürlich Ihren Preis. Der Energiebedarf ist ungeheuerlich, das Gehirn muss mit Sauerstoff und Nährstoffen, wie z. B. mit Zucker, der Glucose versorgt werden. Die Gehirnzellen sind so empfindlich, dass sie einen Mangel nur kurze Zeit unbeschadet überleben können.
Normalerweise ist das Gehirn sehr gut durchblutet, es stehen Sauerstoff und Nährstoffe in ausreichender Menge immer zur Verfügung. Wenn es aber plötzlich zu einer Unterbrechung dieser Versorgung kommt, wird höchste Alarmstufe ausgelöst, denn dann sind das Gehirn oder Teile von ihm akut und teilweise unwiderruflich gefährdet, was die Problematik des Schlaganfalls verdeutlicht. Es kommt zu einer plötzlichen Durchblutungsstörung, die wenn nicht sofort beseitigt wird, zu nachhaltig schweren Folgen führen kann. Es gibt zwei Möglichkeiten, wie das geschehen kann: Meist kommt es zu einer Verstopfung eines Blutgefäßes. Dies hat zur Folge, dass das von diesem Gefäß versorgte Gehirnareal plötzlich ohne Ernährung und Sauerstoff ist und deshalb absterben kann. Seltener reißt ein Blutgefäß und es kommt zu einer Blutung in das umliegende Hirngewebe. Dies bedeutet zum Einen ebenfalls eine Unterversorgung bestimmter Gehirnareale und zum anderen einen Anstiegt des Gehirndrucks, der problematisch werden kann.

Ob nun die Verstopfung eines Gefäßes oder der Riss eines Gehirngefäßes die Ursache ist, die Folge ist immer die gleiche, es kommt zu einer akuten Versorgungsstörung des Gehirns. Die Gehirnzellen gehen zu Grunde, wenn diese Versorgungsstörung längere Zeit ( > 15 Minuten) anhält.

Wie das Gehirn zu Grunde geht und wie stark die Folgen des Schlaganfalls sind, hängt natürlich davon ab, wie viele und welche Gehirnbezirke betroffen sind.
Wenn ein großes Blutgefäß zum Beispiel abstirbt, dann wird ein großer Teil des Gehirns betroffen sein. Wenn ein kleines Gefäß betroffen ist, dann wird ein wesentlich kleinerer Bezirk des Gehirns betroffen sein.
Außerdem ist es wichtig zu wissen, in welchem Bereich sich dieser Gefäßriss ereignet hat.
Im Gehirn sind spezielle Aufgaben, in speziellen Teilen des Gehirns lokalisiert und je nach dem welcher Teil ausfällt, machen sich die Folgen bemerkbar:
Taubheitsgefühl, Sprachstörung, Lähmungen, Sehstörungen oder ähnliches. Gott sei dank sind die Nervenzellen im Gehirn jedoch fähig in gewissem Maße umzudenken bzw. umgepolt zu werden. Das ist auch der Grund weshalb nach einem Schlaganfall eine intensive Nachbehandlung notwendig ist. Sie versucht Teile der verloren gegangenen Funktionen des Gehirns auf evtl. noch intakte Hirnzellen zu übertragen. So ist in gewissem Umfang ein Umdenken der Gehirnzellen möglich. Durch Übungen und eisernen Durchhaltewillen kann sich das Gehirn manchmal, zumindest in einem gewissen Maße helfen, verlorene Funktionen wieder zu gewinnen. Ich habe vorhin gesagt, dass zwei Ursachen des Schlaganfalls gegeben sind. Nun wollen wir uns zunächst einmal mit dem Verstopfen durch ein Blutgerinnsel beschäftigen.

Wann kann ein Blutgerinnsel ein Gefäß verstopfen?

Dieses Blutgerinnsel bildet sich entweder im Blutgefäß selber oder es entsteht an einer anderen Stelle und wird mit dem Blutstrom durch die Arterien bis zu einem Blutgefäß verschleppt, in dem es stecken bleibt und somit das Blutgefäß verschließt. Dieser Vorgang wird in der Medizin als Embolie bezeichnet.

Die andere Ursache des Schlaganfalls, der Riss eines Hirngefäßes, liegt meistens dann vor, wenn ein Hirngefäß durch eine Arterienverkalkung seine gewohnte Elastizität verloren hat und somit brüchig geworden ist. Hoher Blutdruck und Stress begünstigen den Vorgang erheblich. Dies führt dann zu einer Hirnblutung.

Was sind nun die Hauptursachen für einen Schlaganfall?

An erster Stelle muss hier die Blutgefäßverkalkung genannt werden, die so genannte Arteriosklerose. Sie ist die häufigste Erkrankung der Arterien, also der Blutgefäße die das sauerstoffreiche Blut vom Herzen zu den Organen und zum Gehirn bringen. Bei dieser Krankheit kommt es zur zunehmenden Verengung und Verkalkung der Blutgefäße. Der Durchmesser der Blutgefäße wird immer kleiner, die Durchflussmenge wird immer geringer, bis dann ein solcher Thrombus ein Gefäß vollständig verschließt.
Ein solcher Krankheitsprozess beginnt immer an der Innenseite der Schlagadern. Die entsprechenden Risikofaktoren wie z.B. hohes Cholesterin, Bluthochdruck oder auch Nikotin greifen die Innenhaut der Blutgefäße an. Es wird zunächst Fett abgelagert und in einem komplizierten Vorgang wird dieses Fett gespalten. Hierdurch wird der Blutdurchfluss immer weniger, die Schlagaderwand wird nun brüchig. Man weiß heute leider, dass eine Arterienverkalkung nicht mehr rückgängig zu machen ist. Deshalb wird unser ganzes Bestreben darauf gerichtet sein, die Risikofaktoren auszuschalten und möglichst die Entstehung oder die Zunahme von Arteriosklerose zu verhindern.
Von ganz entscheidender Bedeutung, ist die Ausschaltung von schädlichen Einflüssen, den so genannten Risikofaktoren.
Leider ist ein erheblicher Prozentsatz des Risikos von uns nicht zu beeinflussen. Hier spielt das Alter des Menschen und das Geschlecht eine große Rolle. Männer sind zum Beispiel eher betroffen als Frauen. Auch spielt die Veranlagung eine Rolle, die in den Genen bestimmte Neigungen zu gewissen Krankheitsereignissen festlegt.
Umso mehr müssen wir uns mit den Risikofaktoren, die wir beeinflussen können beschäftigen, um sie möglichst auszuschließen.

An erster Stelle steht der Bluthockdruck. Dieser gilt heute als der größte Risikofaktor für Arteriosklerose und den Schlaganfall. Durch die Normalisierung eines hohen Blutdruckes, kann eine erhebliche Risikominderung erreicht werden.

Wie kann man das erreichen?

Den Blutdruck immer gut im Auge behalten.
Übergewicht vermeiden.
Statt Salz lieber andere Gewürze verwenden.
Regelmäßig Sport treiben.
Alkoholgenuss einschränken.
Risikofaktoren abbauen, für Ruhe und Entspannung sorgen und die Medikamente regelmäßig einnehmen.

Ein zweiter Risikofaktor ist das Rauchen. Kein Wissenschaftler bestreitet, dass Nikotin ein Gift für die Gefäße ist. Jede Zigarette ist ein Anschlag auf die Schlagadern. Jeder Raucher muss sich darüber im Klaren sein. Versuchen Sie also, wenn Sie Raucher sind das Rauchen zu lassen, denn Rauchen ist eine absolute Risikoerhöhung.

Weitere Risikofaktoren sind die Blutfette, das Cholesterin. Sie sind ein wichtiger Bestandteil des Körpers und sind auch für die Ernährung notwendig, aber zu viel davon ist sehr schädlich.
Zu hohes Cholesterin kann durch familiäre Veranlagung, schlechte Ernährung oder durch einer körperlichen Inaktivität kommen. Es sollten hohe Cholesterinwerte unbedingt auf ein normales Niveau gesenkt werden. Sollten Sie durch Diät oder ähnliches sowie Sport treiben, Ihr Cholesterin nicht senken können, dann reden Sie mit Ihrem Arzt. Denn es gibt auch Medikamente mit einer erheblichen cholesterinsenkenden Wirkung. Vor den Medikamenten steht die Ernährungsumstellung.
Nehmen Sie lieber pflanzliche Fette und Öle, statt tierische Fette. Essen Sie regelmäßig Fisch aus den kalten Regionen und viel Obst und Gemüse.
Sollten Sie Diabetes mellitus haben, Zuckerkrankheit also, dann würde auch diese einen Schlaganfall begünstigen. Achten Sie deshalb auf eine korrekte Einstellung des Zuckers. Folgen Sie den Anweisungen Ihres Arztes und versuchen Sie auf diesem Wege, die Risikofaktoren zu vermeiden.

Über den Konsum von Alkohol gibt es manchmal Diskussionen in der Presse. Man attestiert dem Alkohol, speziell dem Rotwein einen gewissen Schutzeffekt. Das mag für gewisse Mengen des Rotweins sicherlich zutreffen, zu viel Alkohol schadet den Gefäßen. Deshalb sollten Sie Ihren Alkoholkonsum zumindest deutlich einschränken.

Eine ganz wichtige Verhaltensweise zur Vorbereitung eines Schlaganfalls ist die Vermeidung von Stress. Die Entstehung einer Arteriosklerose kann durch Stress nämlich begünstigt werden.

Was können Sie eigentlich tun?

Lassen Sie Dampf ab, durch z.B. körperliche Bewegung. Lassen Sie sich durch nichts aus der Ruhe bringen, sorgen Sie für Entspannung und stressen Sie sich nicht in die Freizeit hinein.
Wichtig wäre auch noch in diesem Zusammenhang, der Bewegungsmangel. Regelmäßige körperliche Aktivität kann das Risiko für den Schlaganfall senken, hier sind keine sportlichen Hyperaktivitäten gemeint, aber bleiben Sie aktiv. Ein kleiner Spaziergang jeden Tag, ein Bewegungsprogramm, das Sie mit Ihrem Arzt abgestimmt haben, wird auch hier für Sie deutliche Vorteile bringen.

Die Frage, ob Übergewicht ein Risikofaktor ist lässt sich so einfach nicht klären. Wahrscheinlich ist das Übergewicht kein Risikofaktor. Alles Übergewichtige zählt mit Bluthochdruck, erhöhtem Cholesterin und Diabetes zu den Risikofaktoren für Schlaganfall und Arteriosklerose, hier sollten Sie in jedem Falle das zu hohe Cholesterin senken.

Wenn Ihr Gewicht mehr als 40% über Ihrem Normalgewicht liegt, dann sollten Sie versuchen Ihr Gewicht im Hinblick auf die Arteriosklerose zu senken.

Allerdings sollte man auch erwähnen, dass es Medikamente gibt, die das Schlaganfallrisiko begünstigen, wie z.B. die Antibabypille oder auch Hormonersatzspritzen für die Wechseljahre. Deshalb sollten Sie vielleicht, wenn Sie gefährdet sind eine andere Art der Empfängnisverhüttung oder eine andere Art des Hormonersatzes wählen.
Außerdem sind für ein erhöhtes Schlaganfallrisiko gewisse Erkrankungen des Herzens die sich durch Herzrhythmusstörungen und Herzklappenfehler manifestieren, dort Veränderungen der Blutgerinnungsfähigkeit, zu Embolien und ähnlichen Dingen kommen, die ein Schlaganfallrisiko ganz erheblich erhöhen können. In diesen Fällen sollten sie mit Ihrem Arzt sprechen, der mit Medikamenten die Herzerkrankungen beseitigen oder mindern kann.

Nachdem wir uns nun ausführlich über das Thema Schlaganfall unterhalten haben, kommt eine wichtige Frage.

Was kann man eigentlich tun gegen einen Schlaganfall?

Ich habe Ihnen bereits gesagt, was die Risikofaktoren für einen Schlaganfall begünstigen. Außerdem habe ich Ihnen erklärt wie Sie diesen Risikofaktoren vorbeugen können oder diese beseitigen können. Sie können auch gegen den Schlaganfall was unternehmen. Wie ich am Anfang schon gesagt habe, dass das Blutgerinnsel die Ursache des Schlaganfalls ist. Es besteht nicht nur die Möglichkeit dieses Risiko zu vermindern, mit Hilfe von Medikamenten dem Thrombozytenfunktionshemmer, dies sind Medikamente, die das Ansammeln der Blutblättchen verhindern oder zumindest erschweren.

Welches der entsprechenden Medikamente in Ihrem Falle das richtige ist, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, der Sie auch entsprechend beraten wird.

Ich will nun nur einmal ein Mittel herausgreifen, das Aspirin. Dies kennen Sie sicher als Kopfschmerzmittel, das schon seit über hundert Jahren im Gebrauch ist. Eine Nebenwirkung des Aspirins ist die Blutgerinnungshemmung. Bei Patienten die unter Aspirin stehen, gerinnt das Blut schlecht, man kann allerdings diese Nebenwirkung ausnutzen und hat somit ein gutes und recht patentes Medikament zur Vorbeugung des Schlaganfalls nämlich das ASS oder Aspirin zu nutzen.

Es gibt eine Menge anderer Medikamente, bis hin zu sehr komplizierten Medikamenten wie das Marcumar, die in diesem Zusammenhang Ihre Dienste tun und auch bei einem schon erlittenen Schlaganfall sehr gut wirken können. Diese Medikamente sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen um mit Ihm gemeinsam heraus zu finden welches entsprechende Medikament für Sie richtig ist.
In diesem Zusammenhang ist es zu erwähnen, dass es Operationen der Blutgefäße gibt, in denen man arteriosklerotische Innenseiten der Gefäße reinigen kann. In diesem Falle sollten Sie sich von Ihrem Arzt beraten lassen.

Wie kann ich eigentlich merken, dass sich ein Schlaganfall ankündigt?

Es ist nicht so, dass sein Schlaganfall von jetzt auf gleich kommt. Ein Schlaganfall kündigt sich vielfach zu mindest mit Warnsignale an. Diese Symptome, die meist nur Sekunden dauern, ereignen sich dann, wenn sich durch ein Blutgerinnsel ein Gefäß verschlossen hat und sich von selbst wieder auflöst. Was aber sind nun diese Warnsignale?
Sehstörungen, Doppelbilder, verschwommenes Sehen oder kurzzeitige Erblindung eines Auges. Manchmal als ob man durch einen Vorhang durch schaut. Störungen des Gleichgewichtes, Schwindelgefühlen und Gangunsicherheit, Hörstörungen, sowie eine plötzliche Muskelschwäche des Armes, Lähmungserscheinungen in den Armen oder in den Beinen, sowie Sprech- und Sprachstörungen, die plötzliche Unfähigkeit zu sprechen oder man versteht gar nicht mehr was man eigentlich sprechen möchte. Wenn Sie solche Symptome bemerken auch wenn sie sich wieder zurück gebildet haben, dann suchen Sie am besten noch am selben Tag den Arzt Ihres Vertrauens auf. Der wenn Sie Ihm diese Symptome berichten sicherlich sofort die entsprechenden Maßnahmen einleiten wird.

Was ist wenn dies geschehen ist und der Schlaganfall da ist..? Wie kann ich Ihn erkennen?

Als Laie muss ich auf Folgendes achten:

Eine plötzliche Lähmung eines Armes oder sogar einer gesamten Körperhälfte mit oder ohne Taubheitsgefühl, einem herunterhängendem Mundwinkel aus dem Speichel tropfen kann oder einem unsichrem Schritt mit erheblichen Gleichgewichtsstörungen. Auf eine plötzliche Störung des Sprach- und Sprechvermögens. Auf plötzliche Sehstörungen und plötzliche starke Kopfschmerzen.
Gleichgültig wann sich der Schlaganfall ereignet, benachrichtigen Sie sofort einen Arzt, denn die Diagnose Schlaganfall ist ein Notfall.

Was kann ich nun tun?

Zunächst den Notdienst rufen mit der Verdachtsdiagnose. Wenn Sie die Leitstelle anrufen wird man sofort die notwendigen Maßnahmen in die Wege leiten. Sie können bis zum Eintreffen des Notarztes selbst erst Hilfe leisten, in dem Sie die Atemwege frei halten, wenn der Patient eine Zahnprothese trät müssen Sie diese entfernen. Bei einem Herz – Kreislauf – Stillstand sollten Sie Widerbelebungsmaßnahmen ergreifen. Bei Bewusstlosigkeit sollten Sie den Patienten in eine stabile Seitenlage bringen und den Hals überstrecken, damit der Bewusstlose nicht an seinem Erbrochenen erstickt. Die Fenster öffnen, feste Kleidungsstücke öffnen und für Ruhe sorgen.
Sie sollten alle Tätigkeiten die Sie gemacht haben aufschreiben und dem Notarzt mitteilen. Für den Notarzt ist dies eine wichtige Information um weitere Maßnahmen einzuleiten. Außerdem die Medikamente des Patienten mitgeben. In der Klinik werden dann die ersten notwendigen Schritte eingeleitet, hier wird z.B. eine Computertomographie durchgeführt, das sind spezielle Röntgenaufnahmen des Gehirns in denen der Arzt Blutungen oder Schlaganfälle ersehen kann.

Die Behandlungen im Falle eines Schlaganfalles sind alle gleich. Es wird dafür gesorgt, dass der Patient genügend Sauerstoff und Flüssigkeit erhält. Es werden der Blutdruck und die Blutzuckerwerte eingestellt und die Körpertemperatur reguliert. Die spezielle Behandlung eines Schlaganfalls richtet sich immer nach der Ursache, ob es sich um einen Gefäßriss handelt oder ob ein Gefäß verstopft ist. Wenn der Schlaganfall noch keine drei Stunden zurückliegt, dann kann damit begonnen werden zu versuchen mit Hilfe von geeigneten Medikamenten die Uhrsache für den Schlaganfall, z. B. den Blutthrombus wieder aufzulösen. Bei manchen Patienten kann auch eine Operation notwendig sein. Wir haben in den Krankenhäusern unserer Umgebung spezielle Schlaganfallbehandlungsmöglichkeiten. Diese Häuser sind mit den modernsten Trotz aller Fortschritte in der Medizin sind bleibende Folgeschäden nicht immer abzuwenden. Eine Woche nach einem Schlaganfall kann dann erst eingeschätzt werden, welche Dauerschäden bleiben werden.
Häufig sind Lähmungen, Gefühlsschäden oder Sprachstörungen die unveränderbaren Folgen. Aber wie es zu früheren Meinungen, die schon vor Jahrzehnten gegolten haben, gilt es jetzt auch beim Schlaganfall nicht verzagen. Durch entsprechende Medikamente oder spezielle Therapien können die Folgen des Schlaganfalles nicht immer beseitigt werden, aber es kann doch die Lebensqualität des betroffenen Patienten erheblich verbessert werden.
Deshalb ist es noch einmal ganz wichtig beim ersten Warnsignal mit Ihrem Arzt sofort zu sprechen und versuchen Sie alle Risikofaktoren auszuschalten. Damit Sie ein schönes und sorgenfreies Leben haben.

Dieser Vortrag wurde auch im Mauritius, einer Coburger Seniorenzeitung veröffentlicht.

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